Die Gerlinger Wölfe
Eine weitere Figur ist der Wolf.
Die Figur bezieht sich auf eine tatsächlich stattgefundene Wolfsjagd,
die im Raum Gerlingen zwischen 1846 und 1848 durchgeführt wurde.
Der Wolf, der letztendlich erlegt werden konnte, war scheinbar ein sehr
schlaues Tier, da er es immer wieder schaffte, allen Fallen und Hinterhalten
unbeschadet zu entgehen.
Die Wolfsjagd selbst entwickelte sich nach und nach zu einem überregionalen
Politikum und beschäftigte nachweislich die Oberämter Leonberg,
Böblingen, Stuttgart und Vaihingen/Enz, die sich, zusammen mit der
„Staats-Casse”, die Kosten der Wolfsjagd von knapp
700(!) Gulden teilen mußten.
Dies konnte jedoch erst geschehen als der Wolf zur Landplage erklärt worden war.
Berücksichtigt man, daß ein Wildhüter, der bei der Jagd teilnahm,
als Kostenersatz für eine siebentägige(!) Wache im Schafspferch
11 Gulden und 19 Kreutzer erhielt, läßt sich die Größenordnung
der aufgelaufenen Kosten erst richtig ermessen.
Die Figur des Gerlinger Wolf trägt eine Wolfs-Larve mit geöffnetem Maul
und gefletschten Zähnen.
Farblich orientiert sich die Larve am lebenden Objekt.
Abgeschlossen wird die Larve durch eine Maskenhaube aus grauem Webpelz.
Das zweiteilige Häs, gleichfalls aus grauem Webpelz gefertigt, wird ergänzt
durch eine Beuteltasche aus gleichem Material.
Graue Handschuhe sowie schwarzes Schuhwerk runden diese Tierfigur ab.

